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Dienstag, 13. November 2018

Mörderische Renovierung



Edgar Cantero - Mörderische Renovierung
412 Seiten
Golkonda Verlag
Gebundene Ausgabe 19,90 €

Klappentext in einem Satz: Ein junges Pärchen erbt, nachdem sich der Vorbesitzer aus dem Fenster gestürzt hat, ein großes Anwesen in dem es spuken soll. Dazu dieses wunderschöne schwarz-weiß Cover, man hört formlich die gespenstische Titelmelodie eines Gruselfilms beim betrachten. ich war sehr gespannt doch das Buch entwickeltes sich nicht ganz in die Richtung die ich erhofft hatte.

Der Schreibstil ist sehr besonders. Die Geschichte wird anhand diverser Dokumente erzählt. Man liest Briefe die der Protagonist an seine Tante schreibt, Tonbandmitschnitte, Beschreibungen von Aufzeichnungen verschiedener Überwachungskameras usw... An diesen Stil muss man sich Anfangs erst gewöhnen aber ich kam ganz gut damit zurecht.
Die Geschichte selbst ist in 3 große Abschnitte unterteilt. Der erste Teil, der gut die Hälfte des Buches einnimmt, entwickelt sich recht langsam, geht aber thematisch etwa in die Richtung die man vermutet... leicht spooky, ein paar Geheimnisse und Rätsel was mir ganz gut gefallen hat. Vor allem die Sachbuchauszüge über Verschlüsselungstechniken fand ich sehr interessant. *
Im zweiten Teil kam ein weiteres Element dazu das es viel spannender und interessanter machte. Man dachte plötzlich zu wissen wohin die Reise führt worum es in dem Buch überhaupt geht, war es am Anfang doch etwas langweilig war man nun geweckt und wollte mehr erfahren doch leider hat für mich das Ende überhaupt nicht funktioniert.

Das Buch traut sich viel aber dadurch tritt man auch leicht an manchen Stellen daneben. Teils genial dann aber auch wieder zum Kopfschütteln. Empfehlenswert wenn jemand etwas besonderes sucht, den etwas anderen Schreibstil. Wer eine klassische Geistergeschichte sucht wird hier nicht fündig werden.


*Am Ende noch eine kleine Empfehlung falls jemand das Buch bereits gelesen hat, wie ich die Anmerkungen zu Verschlüsselungstechniken interessant fand und vielleicht mehr in diese Richtung lesen möchte, dem kann ich Geheime Botschaften von Simon Singh empfehlen. Ein sehr informatives und gut geschriebenes Sachbuch zum Thema Verschlüsselung.

Dienstag, 9. Oktober 2018

Mädchen aus dem Moor

 
S. K. Tremayne - Mädchen aus dem Moor
391 Seiten
Verlag: Knaur
broschierte Ausgabe 14,99 €
 
 
 
Kath Redways Auto stürzt im Dartmoor in einen See. Kath, Ehefrau und Mutter einer kleinen Tochter, überlebt, kann sich aber an den Vorfall selbst nicht erinnern. Auch die Woche davor ist aus Ihrem Gedächtnis verschwunden.
 
Die Zusammenfassung klingt nach einem spannenden Start in eine mysteriöse Geschichte voller Geheimnisse. Das Setting im Moor hat mich zusätzlich gereizt. Allerdings wurden meine Erwartungen nicht in diesem Maße erfüllt.
Nachdem die Ausgangssituation erzählt wurde und man die Familie Redways kennengelernt hat verliert sich der Autor in ausschweifende Landschaftsbeschreibungen welche zwar dazu beitragen die Atmosphäre dem Leser zu übermitteln aber gefühlt jede Pflanze die dort wächst müsste der Autor dann doch nicht aufzählen.
Manche Beschreibungen der Natur dienten auch als bildliche Vergleiche zu Kaths Amnesie wenn sich diese veränderte oder sich neue Puzzleteile ergaben. Das fand ich durchaus gelungen.
Die meiste Zeit des Buchen begleiten wir Kath wie sie versucht die Lücke in Ihrem Kopf zu schließen um herauszufinden was wirklich geschehen ist. Leider tritt die Geschichte hier sehr lange auf der Stelle. Kath stellt immer wieder die gleichen Fragen ohne entscheidend weiterzukommen und der Psychothriller wie es auf dem Cover heißt entpuppt sich für mich als eine Art Familiendrama.
Im Gegensatz zur langsam dahinplätschernden Geschichte kommt die Auflösung dann plötzlich auf den letzten Seiten daher. Etwas mehr Ausgewogenheit hätte mir besser gefallen.
 


Dienstag, 25. September 2018

Gschlamperte Verhältnisse



Felicitas Gruber - Gschlamperte Verhältnisse
Ein Fall für die Kalte Sofie
301 Seiten
Verlag: Diana
Taschenbuch 9,99 €


Der inzwischen fünfte Fall mit der Rechtmedizinerin Dr. Sofie Rosenhuth und dem Kriminalhauptkommissar Joe Lederer startet mit einer Tauffeier an der Isar doch schon bald ist die erste Leiche gefunden und man befindet sich mitten in den Ermittlungen die zu Kirchendiebstählen, falschen Schädelreliquien und Heiligenfiguren führen.

Die verschiedenen Handlungsstränge sind geschickt miteinander verknüpft und es wird zu keiner Zeit langweilig. Auch für mich als Neueinsteiger in diese Reihe, der die ersten 4 Bände (noch) nicht gelesen hat, war es leicht in die Geschichte einzutauchen und mich mit den Protagonisten anzufreunden. Schnell hat man die verschiedenen Charaktere zugeordnet und mitsamt Ihren Eigenheiten lieb gewonnen.
Neben dem eigentlichen Krimifall erfährt man auch das ein oder andere aus dem Privatleben der Protagonisten was mir richtig gut gefallen hat.
Der Schreibstil ist flüssig und eingängig. Ab und zu sind manche Dialoge im Dialekt geschrieben dadurch fühlt man sich noch mehr in die Geschichte und die Umgebung hineinversetzt.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich werde sicher die anderen Bände der Reihe noch nachholen zu lesen. Man möchte einfach mehr von Sophie, Spike, Joe oder der Dr. Iglu erfahren. Auch die Vorgeschichte von Murmel dem Mops interessiert mich nun brennend.
Von mir eine klare Leseempfehlung für Krimifans, Lesern von  Mundart Krimis oder einfach wenn man Romane mit liebenswerten Protagonisten mag.

Montag, 17. September 2018

Die Party

 
 
Jonas Winner - Die Party
Wer Glück hat, stirbt als Erster
366 Seiten
Verlag: Heyne
broschierte Ausgabe 12,99 €
 
 
Halloween: 10 Jugendfreunde freuen sich auf "die Party"... die Halloweenparty zu der ein alter Schulfreund nach über 30 Jahren eingeladen hat. Vor gut 30 Jahren waren sie alle zusammen schon einmal zusammen in dem großen Haus über den Wäldern und haben Halloween zusammen gefeiert. Nun soll es eine Revival Party ganz im Stile der 80er Jahre geben doch schon bald geschieht ein Unglück und der Gastgeber ist Tot.
 
Die Zusammenfassung liest sich wie ein 80er/90er Jahre Horrorfilm und so empfand ich es auch beim Lesen der ersten Hälfte des Buches. Die Geschichte startet direkt ohne lange Anlaufzeit, kurze knackige Kapitel lassen den Leser schnell voranschreiten. Der Schreibstil ist einfach was dem schnellen Lesen noch zugute kommt. Die ersten spannenden Szenen, fast schon aus dem Horrorgenre statt Thriller, lassen auch nicht lange auf sich warten sowie die ein oder andere sexuelle Anspielung. Fans von Richard Laymon könnten hier gefallen daran finden.
Etwas schwer fand ich am Anfang die ganzen Charaktere auseinander zu halten was sich leider auch bis zum Ende des Buches nicht sehr gebessert hat da sie doch ehr blass in Ihrer Beschreibung bleiben und mehr oder weniger nur aus unterschiedlichen Namen bestehen. Hier hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht.
Das ganze Buch ist gespickt von 80er Jahre verweisen im Bezug auf Musik oder Filme. Fans dieser Zeit oder Leser die in dieser Zeit aufgewachsen sind werden hier sicher auf ihre Kosten kommen.
Ich empfand das Buch durchaus spannend auch wenn ich so manche Handlung nicht nachvollziehen konnte aber wenn ich hier wieder an den 90er Jahre Horrorfilm denke, auch den schaut man (wer so etwas mag) gerne obwohl man weiß das die Charaktere sicher nicht immer logisch handeln werden. ;)
 
Empfehlen würde ich das Buch Fans von Richard Laymon, Anhängern typisch trashiger 90er Jahre Horrorfilmen & Lesern denen ein Thriller auch mal etwas blutiger sein darf. 

Dienstag, 11. September 2018

Dark Palace

 
Vic James - Dark Palace
Zehn Jahre musst du opfern
448 Seiten
Fischer Jugend Buch
gebundene Ausgabe 18,99 €
 
 
 
Dark Palace – Zehn Jahre musst du opfern von Vic James ist der erste Band einer Reihe und spielt in einer Welt in der es den magiebeherrschenden Adel und das "normale" Volk  gibt. Das Gesetz sieht vor das jeder der nicht zum Adel gehört 10 Jahre seines Lebens als Sklave dienen muss.
Im vorliegenden ersten Band begleiten wir einerseits Luke und seine Familie die Ihre Sklavenzeit zusammen ableisten möchten und auf der anderen Seite die Adelsfamilie der Jardines mit Ihren drei Brüdern.

Die Geschichte ist aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben was mir in dem Fall sehr gut gefallen hat. Auch die Handlungsorte wechseln.
Der Schreibstil ist sehr rasant und man fliegt nur so durch die Seiten.
Schon nach den ersten Kapiteln spürt man die Last die auf den Menschen in dieser Welt liegt und leidet und hofft mit Ihnen.
Die Erzählstränge der Jardine Brüder sind dagegen spannend durch das Ungewisse. Was haben sie vor, wer ist gut und böse, zu was ist der Adel fähig... all diese Fragen stellt man sich beim Lesen.
 
Für mich war das Buch die perfekte Mischung aus Spannung und Emotionen, es hat mich von Anfang an gefesselt und ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung.
Auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung. 5 von 5 Sternen 

Dienstag, 10. April 2018

Lesemonat Februar & März 2018

Den Februar Post habe ich irgendwie übergangen, viel zu schnell war der März auch noch vorbei daher fasse ich die beiden Monate einfach mal zusammen.
Insgesamt 5 Bücher habe ich beendet in der Zeit. Eines davon fand ich nicht so gut, drei bewegten sich im guten Mittelfeld und ein ganz klares Highlight.



Das was mir nicht so gut gefallen hat war Peter Bognanni - Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente. Ein Jugendbuch von dem ich mir mehr erhofft hatte. Rezi findet Ihr hier.

Danach kam auch gleich mein Highlight: Kühn hat Ärger von Jan Weiler. Eine Kriminalgeschichte die aber viel mehr ist als ein normaler Krimi. Auch hierzu gibt es eine Rezi.

Dein leben gegen Meins von Liv Constantine wurde als Thrliller beworben. Ich empfand es nicht ganz so auch wenn sich das Buch gut lesen lies. mehr dazu hier.

Nochmal ein Krimi aber diesmal ganz anders, nämlich mit den Protagonisten Goethe und Schiller erwartete mich in der Affäre Carambol von Stefan Lehnberg. Mehr zum Buch.

Und am Ende des Monats führte mich Oliver Kern mit dem Eiskalten Hund noch nach Bayern in seiner neuen Regionalkrimi Reihe. Hier geht's zur Rezi.

Mittwoch, 4. April 2018

Eiskalter Hund



Oliver Kern - Eiskalter Hund
Fellingers erster Fall
304 Seiten
Heyne Verlag
Klappbroschur 9,99 €
 

"Eiskalter Hund" von Oliver Kern ist der erste Band einer neuen bayrischen Regionalkrimireihe um den Ermittler "Fellinger" der gar kein Polizist sondern Lebensmittelkontrolleur ist. Doch mit einer guten Spürnase für Verbrechen und einem verdächtigen Jucken zwischen den Schulterblättern wenn an einer Sache etwas faul ist stürzt sich Fellinger in die Ermittlungen und geht seinem alten Kumpel Lechner von der Polizei des Öfteren auf die Nerven.

Im vorliegenden ersten Band stolpert Fellinger bei seiner Arbeit als Lebensmittelkontrolleur im Kühlraum des Chinarestaurants über einen tiefgefrorenen Hund. Die Halterin des Hundes wird vermisst und Fellinger beginnt zu ermitteln.

Das Buch ist ähnlich wie andere bayrische Provinzkrimis in bayrischer Redensart geschrieben das macht es authentisch und man fühlt sich gleich in die entsprechende Umgebung hineinversetzt. Wem doch mal das ein oder andere Wort fremd erscheint der findet im Anhang eine kleine Übersetzungshilfe aber keine Angst das Buch lässt sich auch als "Nichtbayer" gut lesen. ;)
Durch die kurzen Kapitel kommt man schnell voran und kann in der Geschichte abtauchen. Dennoch kam ich ab und zu etwas mit den Personen durcheinander und ich musste überlegen wer das denn noch gleich war.
Die Idee des ermittelnden Lebensmittelkontrolleurs der seinem Freund von der Polizei auf die Sprünge hilft fand ich super. Die Abschnitte in denen Fellinger und Lechner miteinander agieren gefielen mir am besten. Fellinger selbst konnte ich noch nicht so ganz in mein Herz schließen denn ab und zu ist er doch recht grob mit seinen Aussagen.
Insgesamt hat mir der Serienauftakt recht gut gefallen und ich denke die Reihe gewinnt mit einem weiteren Band an Sympathie wenn man bereits die Personen im Dorf und Ihre Eigenheiten besser kennt. Freunde von ähnlichen Krimireihen werden hier sicher Ihren spaß haben.